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Geschichtsgrundlage zu leichter als Luft

 
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BIGJIM
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BeitragVerfasst am: 01.09.2011, 21:56    Titel: Geschichtsgrundlage zu leichter als Luft Antworten mit Zitat

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Geschichtsgrundlage zu leichter als Luft
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1. Einleitung und Historie: Der Traum vom Fliegen
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Der Traum, sich vogelfrei im »Luftmeer« bewegen zu können oder sich gar zu den Sternen emporzuschwingen, begleitet die Menschheit schon seit Anbeginn ihrer Existenz. Viele Mythen und Legenden - wie zum Beispiel die von Dädalus und Ikarus - bezeugen die uralte Neigung des Menschen, seine natürliche Umwelt zu verlassen und sich trotz aller Gefahren in die Lüfte zu erheben, dem Mond einen Besuch abzustatten oder sich einfach »unter die Sterne des Himmels zu mischen«. Die Idee vom »magischen Flug« des Menschen war vermutlich auf allen Kontinenten und in allen Kulturen zuhause. Prähistorische Zeichnungen scheinen ebenso davon zu zeugen wie Bilder und Überlieferungen von sagenhaften Flügen. Der Drang des Menschen gen Himmel war dabei nie ausschliesslich wissenschaftlich begründet. Die Grundhaltung vieler dieser Mythen war nicht zuletzt eine Herausforderung an die Götter. Was uns heute Begriffe wie Baikonur oder Cape Canaveral bedeuten, das mag für unsere Vorfahren der Olymp gewesen sein, Start- und Landeplatz waghalsiger Abenteurer auf dem Weg zu den Gestaden einer noch unbekannten Dimension. So schrieb Wilbur Wright: »Der Wunsch, fliegen zu können, ist eine Idee, von der schon unsere Vorfahren begeistert waren, welche in früherer Zeit auf mühsamen Wanderungen durch unwegsames Gelände neiderfüllt zu den Vögeln aufgesehen haben, die mit hoher Geschwindigkeit über alle Hindernisse hinweg auf der endlosen Strasse der Luft frei ihre Bahnen zogen«. Unzählige Flugpioniere wie die Brüder Wright mussten jedoch in den Jahrhunderten davor ihre Begierde nach dieser »endlosen Strasse« mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod bezahlen.
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2. Vom Fahren in den Lüften
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Eine positive Wende in der Wissenschaft vom Fliegen brachte der geniale italienische Erfinder Leonardo da Vinci (1452-1519), der sich sein ganzes Leben lang mit dem Problem beschäftigte. Er hielt den Flug von Menschen durchaus für möglich, sah dessen Realisierung aber an zwei Voraussetzungen gebunden: der präzisen Kenntnis des Vogelfluges sowie der experimentellen Methode. Da Vinci entdeckte dabei - entgegen der herrschenden aristotelischen Lehrmeinung - nicht nur den Luftwiderstand, sondern auch die Stromlinienform als Geometrie des minimalen Widerstands.
Die »Ars Volandi«, die Kunst des Fliegens, beschäftigte seinerzeit so berühmte Männer wie Johannes Kepler, Francis Bacon, Cyrano de Bergerac, Athanasius Kircher, Robert Hooke, Christian Huygens, Gottfried Wilhelm Leibniz und Jean-Jacques Rousseau. 1634 erschien ein Roman über die Fahrt zum Mond. Autor war der deutsche Astronom Johannes Kepler. Dieser hatte entdeckt, auf welchen Bahnen die Planeten um die Sonne kreisen. Obgleich ein wissenschaftlicher Denker, war seine Geschichte recht phantastisch. Sie enthielt jedoch genaue Beschreibungen der Mondgebiete, welche er durch sein Fernrohr gesehen hatte. Die erste ernsthafte Erörterung über die Raumfahrt wurde 1640 vom englischen Bischof Wilkins veröffentlicht. Er beschrieb darin erstmals die physikalische Beschaffenheit des Mondes und erörterte, unter welchen Bedingungen man auf dem Mond leben könnte. Die Kirche des Mittelalters verwarf alle realen Möglichkeiten des »magischen Fluges« in eine andere Welt und lehrte, dass die Erde die einzige sei. Sonne, Mond und Sterne stünden nur am Himmel, um der Erde Licht und Wärme zu geben. So schrieb schon der Jesuitenpater Francesco de Lana Ende des 17.Jhs. über seinen Entwurf eines Luftschiffs: »Ich sehe keine Schwierigkeit ausser einer - Gott wird niemals zugeben, dass so eine Maschine zustande kommt. Er würde die Folgen verhindern, welche die bürgerliche Ordnung stören würden.«
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3. Leichter als Luft
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Noch ehe durchgreifende Fortschritte auf dem Gebiet des Gleitfluges stattfanden, machte ein anderes Luftgefährt von sich reden: der Ballon.1792, 16 Jahre nach Cavendishs Entdeckung des Wasserstoffs, der den grossen Vorteil hat, leichter zu sein als Luft, kam den französischen Brüdern Joseph und Jacques Montgolfier beim Betrachten des abendlichen Kaminfeuers der zündende Gedanke:
Sie hielten eine unten offene Hülle aus Seide über das Kaminfeuer, die sich daraufhin mit heisser Luft und Rauch füllte und zur Zimmerdecke emporschwebte. Schon im Juni 1783 stellten sie einen Ballon mit etwa 35 Metern Umfang aus Leinenstoff her und hängten diesen über ein Feuer aus Wolle und feuchtem Stroh. Die Hülle mit warmer Luft stieg damals angeblich fast 2 000 Meter hoch, bevor sich das erhitzte Gas abkühlte und der Ballon nur wenige Kilometer entfernt wieder landete. Ein von Menschenhand gefertigter Körper hatte sich tatsächlich ins »Luftmeer« emporgehoben.
Am 21. November 1783 stiegen ein junger französischer Adliger, Francois Pilatre de Rozier, und der Marquis d`Arlandes in eine Ballongondel, die an einem der mittlerweile berühmten Montgolfieren hing. Kaum hatte sich die Ballonhülle, an deren Unterseite ein brennender, mit Stroh gefüllter Drahtkorb angebracht war, gestrafft, stiegen sie mit ihrem Gefährt in den Himmel über Paris. Obwohl die Ballonhülle zwischenzeitlich Feuer gefangen hatte, landeten sie nach 25 Minuten wieder wohlbehalten in der Nähe des Palastes. Der erste bemannte Ballonflug der Geschichte war gelungen. Das nächste Problem, welchem sich die Ballonfahrer gegenübersahen, war das der Lenkung ihrer Ballone. Zwar war man in der Lage, das Aufsteigen oder Absinken eines Ballons zu kontrollieren, steuern konnte man ihn jedoch nicht. Noch heute sind die modernen Ballonpioniere von den sog. Jetstreams zwischen Troposphäre und Stratosphäre abhängig, wollen sie deren Geschwindigkeiten von bis zu 400 Stundenkilometern für eine Erdumrundung von West nach Ost nutzen. Im März 1999 gelang dies erstmals dem Schweizer Bertrand Piccard - Enkel des legendären Physikers und Ballonfahrers Auguste Piccard, der Anfang der dreissiger Jahre unseres Jahrhunderts die ersten Stratosphärenballone konstruierte und damit im bemannten Aufstieg Höhen von über 16 000 Metern erreichte - zusammen mit seinem Co-Piloten, dem Engländer Brian Jones. Im dritten Anlauf umrundeten sie mit ihrem »Breitling Orbiter 3« nonstop in gerade einmal 19 Tagen, 1 Stunde und 49 Minuten die Erde.
In der Meteorologie sind wissenschaftliche Erkundungen unter Einsatz von Ballonen bis zum heutigen Tag nicht mehr wegzudenken. Bereits an der Wende zum 19.Jh. wurden bei solchen Fahrten, die nicht selten von berühmten Forschern geleitet wurden, Höhen von 7 000 Metern und mehr erreicht. Letztlich war die Begrenzung der damaligen Flughöhen lediglich eine Frage der Ballonmaterialien. Um in grössere Höhen vordringen zu können, benötigte man grössere Füllvolumina - ein Problem, das erst im 20.Jh. durch die Einführung extrem leichter Kunststoffhüllen gelöst werden konnte. Heute steigen Forschungsballone bis in 50 000 Meter Höhe auf. In diesen Höhen sind Wellenlängen des elektromagnetischen Spektrums beobachtbar, die sonst nur durch ungleich teurere Weltraummissionen zugänglich wären.
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4. Vom Aerostaten zum Zeppelin
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Erst als die Entwicklung der Dampfmaschine soweit gediehen war, dass sie genügend Antriebskraft liefern konnte, gelang es, lenkbare Flugkörper zu bauen. 1852 baute Henri Giffard, ein französischer Ingenieur, das erste lenkbare, dampfgetriebene Luftschiff. Es hatte die Form einer Zigarre, war 44 Meter lang und mit einer 3 PS-Dampfmaschine ausgerüstet, die einen Propeller antrieb. Dieses Luftschiff legte bei günstigen Bedingungen in drei Stunden immerhin knapp 30 km zurück.
Bei starkem Gegenwind trieb das Luftschiff allerdings rückwärts. Die frühen Luftschiffe waren lange, mit Gas gefüllte Hüllen, an denen die Gondeln mitsamt den Propellern befestigt waren. Indem man Längsstreben zur Verstärkung benutzte, bekam man ein halbstarres Luftschiff. Ferdinand Graf von Zeppelin war der erste, der vollkommen starre Luftschiffe entwarf und auch bauen liess, aus hauptsächlich militärischem Interesse. Seine Luftschiffe wurden in der Bevölkerung oft auch einfach »Zeppeline« genannt.
Am 2. Juli 1900 stieg der erste Zeppelin, die LZ 1, am Bodensee zu seinem Jungfernflug auf. In seinem Innern befanden sich mehrere mit Gas gefüllte Zellen. Das Luftschiff hatte eine Länge von 128 Metern, besass zwei 15 PS-Motoren und flog mit einer Geschwindigkeit von bis zu 32 km / h. Der grösste Zeppelin, der jemals gebaut wurde, war die »Hindenburg« (245 m Länge und 40 m Durchmesser). Ihre Fluggeschwindigkeit betrug 125 km / h. In dem 1936 fertiggestellten Luftschiff gab es sogar fliessendes kaltes und warmes Wasser, eine Bar samt Musikkapelle sowie ein windgeschütztes Promenadendeck für Spaziergänge an frischer Luft. Im Mai 1937 explodierte die Hindenburg nach 63 Flügen (davon 37 Transatlantikflüge) bei der Landung in Lakehurst (USA) und brannte vollständig aus. 36 Menschen kamen dabei ums Leben. Dieses Unglück markierte das vorläufige Ende der Luftschiffahrt. Erst in jüngster Zeit entwickeln deutsche Firmen wieder Zeppeline für den Transport schwerer Lasten (Cargo Lifter).
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Der Gesamttext 1 - 9 ist im Textquellenhinweis als Link angezeigt.
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Textquellenhinweis: http://www.techniklexikon.net/d/luft-_und_raumfahrttechnik/luft-_und_raumfahrttechnik.htm
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Mit freundlichem Gruß - - BIGJIM
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Ideen entwickeln - sind gesucht, wer macht mit...
Ideen austauschen - und ...
Kreativ werden.
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Bin mal oben - https://lh3.googleusercontent.com/-ddhFAMgHrLA/V08ioFkBivI/AAAAAAAAEcw/w2AXJoHy-MMeX1ANm62wglHQ7j0iAvfZgCCo/s420/homelg.jpg
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Kleingedrucktes ist hier: http://www.modellzeppelin.de/viewtopic.php?p=1480#1480
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